Free Solo

Dokumentation
Spielzeit: 
Thu 25.4.2019 20:30
Fri 26.4.2019 17:45

Worum geht’s?

Eine Ärztin studiert die Ergebnisse von Alex Honnolds MRT – trotz provokanter Bildreize blieb seine Amygdala während des Tests inaktiv, sprich: Alex erstaunlich cool. Die Aufnahmen seiner Gehirntätigkeit bestätigen, was uns Zuschauern schon dämmerte, als wir dem Kletterer zuvor zusahen wie er probeweise – und zu der Zeit noch gesichert – den knapp 1000 Meter hohen, fast senkrechten Felsen El Capitan im Yosemite National Park erklomm: Der schmale Athlet ist mindestens so furchtlos wie Chuck Norris in Memes. Doch eine Sache gibt es eben doch noch, für deren Beschreibung Alex immer wieder das Wort „scary“ in den Mund nimmt: Die Aussicht, „El Cap“ frei und solo, also alleine, ohne Sicherung und technische Hilfsmittel zu bezwingen. Noch dieses Jahr will er sich diesen „Lebenstraum“ erfüllen. Subtil drängt sich die Frage auf: WARUMMM?!?!?1?!1?111 Und was sagen eigentlich Alex’ Freundin und seine Mutter dazu?

Was steckt dahinter?

Mit elf begann Alex Honnold zu klettern. Schon damals besuchte er mit seiner Familie den Yosemite National Park mit seinem markanten Felsen El Capitan. Nach der Schule verschrieb er sich der Leidenschaft schließlich komplett. Immer höher wurden die Berge, immer waghalsiger die Besteigungen – bis ihn schließlich ein alter Bekannter, El Cap, zu seiner bisher tollkühnsten Unternehmung inspirierte. „Seine größte Angst“, so Honnold, wohl völlig unironisch, sei es gewesen, dass sein Leben verfliegen würde, ohne dass er sich jemals der mächtigen Felswand gestellt hätte. Deswegen forcierte er den Wunsch befreundeter Dokufilmer, seine Free Solo-Besteigung mit der Kamera zu begleiten – um endlich den nötigen Druck zu spüren, es auch tatsächlich durchzuziehen.

Was wird geboten?

Ein zu Recht oscarprämierter Doku-Thriller mit schwindelerregenden Kamera-Perspektiven, die den dezenten Wahnsinn in Honnolds Bestreben spürbar machen. Fast noch böser werden die Nerven nebenbei durch Close-ups der klitzekleinen Kerben und Fels-Vorsprünge getriezt, über die sich der Extremsportler beim Freiklettern mit den Fingerspitzen am Leben festkrallt. Eigentlich will man sich gar nicht vorstellen, wie sich Familie und Freunde des Freeclimbers fühlen – doch im Film bewegen nicht nur die intimen Reflexionen über ihre Ängste, sondern vor allem das innige Bestreben, den wilden Lebenstraum ihres Partners, Sohns und Freundes zu verstehen.