Ein wilder Sommer - Die Wachausaga

Drama
Spielzeit: 
Sun 28.4.2019 20:30

Worum geht‘s?

Es könnt’ so schön sein: Anfang der 80er Jahre werden die sozialen Errungenschaften der 68er-Bewegung endlich auch ans Donau-Ufer der Wachau geschwemmt. Besonders die Jugend zelebriert dort wenig gschamig die neu gewonnenen Freiheiten. Als die Fabrik, Hauptarbeitgeber des angrenzenden Dorfes, plötzlich zusperrt, gesellt sich zur unbefangenen Stimmung der Bewohner allerdings lähmende Orientierungslosigkeit. Dreh und Angelpunkt der vom Wandel gebeutelten Gemeinde ist ausgerechnet die Wochenend-Wachauerin Anna: Auf die junge Studierte aus der Stadt, die dem Onkel Schorsch im Wirtshaus hilft, hat nicht nur der Dorf-Casanova Kurt ein Auge geworfen, sondern auch der Sohn vom Bürgermeister. Ein unstetes Beziehungsdrama nimmt seinen Lauf, das hohe Wellen in die eh schon bedrohlich reißende Donau schlägt – so arg, dass Schorsch seine Nichte schließlich überhaupt für alles Übel, das in der Gemeinde passiert, verantwortlich macht. Nur der Freundschaft zwischen Anna und Karin vermag auch ein wilder Sommer wie dieser nichts anzuhaben.

Wer ist dabei?

Für ihren zweiten Spielfilm hat Regisseurin und Drehbuchautorin Anita Lackenberger einen deutschen und österreichischen Vorzeige-Cast in ihr Geburtsbundesland rekrutiert: u.a. waren Jürgen Tarrach (Ein Mann, ein Fjord!) und Kristina Sprenger (Soko Kitzbühel), als auch Gerti Drassl (Die Vorstadtweiber), die schon in Lackenbergers Debüt Vals zu sehen war, mit von der Partie. Neben den vertrauten liefern aber vor allem die frischen Gesichter am Big Screen eine phänomenale Performance als Landjugend ab: Tim Bettermann brilliert als Schürzenjäger Kurt, Alexandra Kronberger überzeugt als loyale Freundin Karin und die in Wieselburg geborene Dagmar Bernhard, die als Anna über weite Strecken die Handlung schupft, will man nach ihrem Debüt schleunigst wieder in einer Hauptrolle auf der großen Leinwand sehen.

Was wird geboten?

Schon mit ihrem Spielfilm-Erstling Vals hat die gebürtige St. Pöltnerin Anita Lackenberger gezeigt, dass sie ein Gespür für authentische Geschichten und starke Charaktere hat. Statt der Tiroler Berge knöpfte sie sich diesmal ein Postkarten-Idyll an der Donau vor, um anhand des Schicksals einer Dorfgemeinschaft in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs ein weiteres Mal tief in die österreichische Seele zu blicken.