Ad Astra - Zu den Sternen

Action Sci-Fi
Spielzeit: 
Fri 18.10.2019 17:45
Sat 19.10.2019 20:30
Mon 21.10.2019 17:45
Wed 23.10.2019 17:45
Thu 24.10.2019 20:30

Worum geht’s?

In einer nicht genauer definierten, nahen Zukunft ist die Erde, wie es scheint, wirklich im Eimer. Sie wird von heftigen elektromagnetischen Eruptionen heimgesucht, die furchtbare Folgeschäden zeitigen. Um deren Herkunft auf den Grund zu gehen wird Major Roy McBride (Brad Pitt) von der Weltraumbehörde SpaceCom mit einer Top-Secret-Mission betraut: Der kompetente wie krisenresistente, seiner Umwelt aber oft mit Abneigung begegnende Astronaut soll sich auf eine kühne Reise begeben, die ihn über die Zwischenstationen Mond und Mars bis in die unmittelbare Umlaufbahn des Neptun führen wird. Ebendort wird nämlich die Quelle der Querelen vermutet – 
sie hört ausgerechnet auf den Namen Clifford McBride (Tommy Lee Jones). Selbiger ist einer der bedeutendsten Raumfahrer der Geschichte, seit er vor drei Dekaden der ersten Erdenmission in die wirklich tiefen Tiefen des Weltalls vorstand, er ist aber auch: der Vater von Roy. Angeblich vor 16 Jahren komplett spurlos vom Radar verschwunden soll sich Clifford in der einstmals (ebenfalls angeblich) zerstörten, dem Aufspüren von intelligentem Leben gewidmeten Wissenschaftsstation heimlich noch immer Forschungsanordnungen von eher zweifelhafter und eventuell eben folgenschwerer Natur widmen. Der letzte Hoffnungsstrohhalm der SpaceCom-Verantwortlichen ist, dass der All-Alleingänger doch zumindest auf die Kontaktaufnahmeversuche seines Sohnemanns reagieren wird. Jener war wiederum freilich selbst bis eben noch der felsenfesten Überzeugung, den Über-Dad niemals mehr wiederzusehen – und muss sich auf seiner nunmehrigen Reise ins Herz der Finsternis des Sonnensystems nicht nur mit unvorhergesehenem Ungemach in unbekanntem Territorium und der Klärung der Frage nach dem mysteriösen Verlauf der damaligen Mission auseinandersetzen, sondern auch mit seinen verdrängten Ängsten und dem verzwickten Verhältnis zu seinem Vater.

Was steckt dahinter?

Seine Weltpremiere feierte Ad Astra – Zu den Sternen zwar vor kurzem im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig, angekündigt worden war der SciFi-Thriller von Regisseur James Gray anno 2016 aber beim anderen großen europäischen Filmfestival in Cannes – im Rahmen der Präsentation seines Abenteuerfilms Die versunkene Stadt Z. Schon für diesen Streifen war übrigens auch Brad Pitt für die Hauptrolle vorgesehen gewesen. Was damals aus terminlichen Gründen nichts wurde, hat nun aber doch noch geklappt. Zum Glück, liefert der 55-Jährige, der auch als Produzent an Bord ist, hier doch nach Once Upon A Time In … Hollywood seine bereits zweite stark oscarwürdige Performance in dieser Saison ab. Ironischerweise hätte Ad Astra ja denn auch zuerst in Cannes gezeigt werden sollen, die Post-Produktion des Streifens, der es sich mit zur Aufgabe gemacht hatte, Weltraumreisen so realistisch wie nie zuvor darzustellen, dauerte nur weit länger als ursprünglich vermutet. An der einschlägigen Expertise wird es nicht gelegen haben: Grays kongenialer Partner in visuellen Angelegenheiten war Hoyte Van Hoytema – also jener Kamera-Kapazunder, der schon 2014 Christopher Nolan bei seinem Weltall-Wunderding Interstellar bildmächtig begleitet hat. Und auch auf der Tonspur blieb nichts dem Zufall überlassen: die hypnotische Filmmusik, die sich ganz wunderbar mit Brad Pitts philosophischen Voiceover-Gedankenströmen versteht, stammt vom brillanten britischen Komponisten Max Richter (The Leftovers).

 Was wird geboten?

Man muss gar nicht beim oben erwähnten Interstellar stehenbleiben, um Ad Astra in der Tradition technisch und visuell herausragender, inhaltlich schlauer Science-Fiction-Filme sehen zu können (siehe auch Arrival und Gravity), die uns in den letzten Jahren verlässlich im Herbst galaktische Glücksgefühle beschert haben. Bei aller unbestrittenen technischen Hochleistungsschau – besonders hervorgehoben sei hier ein staubig-spektakulärer Action-„Ausflug“ auf dem Mond – steht bei Regisseur Gray hier allerdings wie in seinen früheren Filmen besonders das (Zwischen-) Menschliche im Zentrum des Interesses. Im Kern ist Ad Astra eine mit den Mitteln eines atmosphärischen Sogs der Bilder, Worte und Klänge erzählte Geschichte einer Selbstfindung, ein intimes Familiendrama im glänzenden Gewand eines epischen Allabenteuers.