Joker

Thriller
Spielzeit: 
Fri 22.11.2019 20:30
Mon 25.11.2019 17:50
Tue 26.11.2019 20:30
Fri 29.11.2019 17:50
Sun 1.12.2019 20:30
Thu 5.12.2019 17:50
Mon 9.12.2019 17:50
Tue 10.12.2019 20:30
Sat 14.12.2019 17:50
Tue 17.12.2019 20:30

Worum geht's?

 

Die Bälle, die dem sensiblen Eigenbrötler Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) vom Leben zugeworfen werden, möchte man nicht fangen müssen. Mit unwürdigen Clown-Jobs kann sich der hagere Hagestolz grade mal so weit durchschlagen, dass es für ihn und seine pflegebedürftige Mutter Penny (Frances Conroy) zum weiteren Durchwurschteln in einem ranzigen Apartment reicht. Nicht, dass es vor der Türe schöner wäre Anfang der Achtziger im fiktiven Gotham City (das freilich ausschaut wie das New York zu jener Zeit): Der Müll stapelt sich auf den von „Superratten“ heimgesuchten Straßen meterhoch, Gewalteskalationen können einen an jeder Ecke heimsuchen – was Arthur bisweilen schon schmerzhaft am eigenen Leib erfahren musste. „Finden Sie nicht auch, dass es dort draußen immer verrückter zugeht?“, möchte er einmal von seiner Sozialarbeiterin wissen. Antwort bekommt er keine – und bald auch keine jener Medikamente mehr, die der psychisch stark bediente junge Mann mit den unkontrollierbaren, oft unpassenden krankhaften Lachanfällen so dringend benötigen würde. Dabei würde er doch selbst die Menschen zum Lachen bringen – wenn er es schon nicht als Clown hinbekommt, dann will er doch so wie sein Vorbild, der Talkshow-Host Murray Franklin (Robert De Niro), den Karriereweg des Stand-up-Comedians einschlagen. Die Niederlagen sind freilich auch hier vorprogrammiert – und das Fass der Demütigungen für Arthur damit irgendwann endgültig zum Überlaufen gebracht: Mit bunter Visage und dunklen Absichten bewehrt ist er bereit, seinen Wahnsinn so breitenwirksam wie möglich nach außen zu tragen …

 

Was steckt dahinter?

 

Eine filmische Charakterstudie in der Tradition von Martin Scorseses Meisterwerk "Taxi Driver" schwebte dem "Hangover"-Regisseur Todd Phillips als Nachfolgefilm zu seiner Kriegssatire "War Dogs" vor. Es erwies allerdings gar nicht mal als so einfach, dieses Vorhaben im massiv von Comic-Adaptionen geprägten Filmbusiness der Gegenwart finanziert zu kriegen. Aber wie wäre es, wenn man diese Charakterstudie einfach über einen bekannten Comic-Character machen würde? Vorhang auf für den Joker, Batmans ewigen, dauergrinsenden Gegenspieler, dem bis heute ohnehin weder in gezeichneter noch in gefilmter Form jemals eine vollständige Vorgeschichte gegönnt worden war. Einfach gemacht hat es sich Phillips auf seiner Maniac-Mission freilich nicht: Seine Story wahrt Distanz zu den zuletzt etablierten Batman-Welten von Christopher Nolan und Zack Snyder und hat sich auch kaum von diversen Heftl-Vorlagen inspirieren lassen.

 

Was wird geboten?

 

Heath Ledger oder Jack Nicholson?“ Die Frage nach der ehrfurchtgebietendsten Joker-Verkörperung aller Zeiten kann nun guten Gewissens auch mit „Joaquin Phoenix“ beantwortet werden. Es ist schlichtweg sensationell, wie einer der besten Schauspieler unserer Zeit dieser scheinbar so wohlbekannten Figur hier nochmals ganz neue beunruhigende Seiten und abgründige Nuancen abzuringen versteht. Schlichtweg sensationell ist aber auch Phillips’ ultraintensive Umsetzung seines düsteren Superschurkenfilms (in einer Welt der knalligen Superheldenfilme) an sich: mit sozialkritischer Sprengkraft angereichert könnte dieses erschreckend plausible wie erschreckend gegenwärtige Psychogramm die Welt des Comic-Kinos auf den Kopf stellen wie seit "The Dark Knight" kein Film mehr.